Lage, Geschichte, Denkmalbeschreibung, unseres ROTEHORNPARKs

(Stand: 24.03.2020)

Lage Stadtpark ROTEHORN

Wo liegt der Stadtpark ROTEHORN? Lagepläne, Zeitdokumente

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Stadt- u. Kulturpark ROTEHORN:

Vom Brückenzug Strombrücke/ Zollbrücke/ Anna-Ebert-Brücke (südlich) bis zur Rotehornspitze.

Geschützter Landschaftspark Stadtpark Rotehorn:

Von der Kanonenbahn (südlich) bis zur Rotehornspitze.

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Beweis: Der Mini-Bus (die Umwelt schonend) fährt 1974 im Stadtpark ROTEHORN –> Unsere Argumentation ist richtig!

Geschichte

Um 1870 beschloss die Stadt Magdeburg die Einrichtung eines Parks auf der Werderinsel. Dazu erwarb sie von einem Kaufmann sechs Hektar Wiesenland im Süden der Insel. Mit der Gestaltung des Parks wurde Magdeburgs Gartendirektor Paul Niemeyer beauftragt. Von 1871 bis 1874 wurden Promenadenwege angelegt sowie Bäume und Sträucher gepflanzt. Ab 1898 wurde der Park um die bisher nicht genutzten Flächen im Süden und Osten der Insel auf seine heutige Größe unter der Leitung von Gottlieb Schoch, dem Nachfolger Niemeyers, erweitert. Schoch schuf eine weitläufige und großzügige Parklandschaft unter Betonung des Auencharakters des Gebietes.

1908 wurde die Taube Elbe, ein alter Flusslauf, zu einem See erweitert, der nach dem Finanzier des Vorhabens, dem Magdeburg Kaufmann Adolf Mittag, „Adolf-Mittag-See“ benannt wurde. Ebenfalls mit finanziellen Mitteln Mittags erfolgte der Bau eines „Tempels“ auf der in dem See gelegenen Marieninsel. Unter Einbeziehung von Arbeitslosen wurde nach 1918 im Südteil des Parkes eine Allee mit vierreihiger Lindenbepflanzung angelegt, die heute den Namen Heinrich-Heine-Weg führt. Gleichzeitig wurde das ehemals zur Stadtbefestigung gehörende Fort XII zu einem Naturtheater umgebaut.

Ab den 1920er Jahren wurde der Park zunehmend für Ausstellungen genutzt. Aus Anlass der Mitteldeutschen Ausstellung für Siedlung, Sozialfürsorge und Arbeit im Jahre 1922 wurde die Sternbrücke gebaut, über die auch eine Straßenbahnlinie direkt in den Park führte. Für die Deutsche Theaterausstellung 1927 schufen die Architekten Johannes Göderitzund Wilhelm Deffke ein Ausstellungszentrum mit Stadthalle, Ausstellungshallen und einem 60 Meter hohen Aussichtsturm. Das Ausstellungsgelände und die Sternbrücke fielen 1945 dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer. Während die Stadthalle nach dreijähriger Bauzeit 1966 wiederhergestellt war, konnte die Sternbrücke erst 2005 wieder aufgebaut werden. 1969 waren auch die früheren Ausstellungshallen durch Neubauten ersetzt, dazu gehörte auch die so genannte Hyparschale, eine vierteilige Tragkonstruktion in Schalenbauweise.

Von 1955 bis 1967 verkehrte im Rothornpark die Pioniereisenbahn Magdeburg

Der Park wird bei Elbhochwasser regelmäßig zu großen Teilen überschwemmt, das letzte Mal im Jahr 2013[2].

Ende 2013 wurde nahe dem Aussichtsturm und der Stadthalle ein moderner Skatepark eröffnet.

Dieser Text basiert auf dem Artikel Rotehornpark aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Lizenz Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung).
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Denkmalbeschreibung

  • Heinrich-Heine-Platz
  • Heinrich-Heine-Weg
  • Park
  • Stadtpark RotehornPARK

Stadtpark Rotehorn auf dem Magdeburger Werder, weitläufige und in mehreren Stufen ausgebaute Parkanlage; Ausgangspunkt das 1828 im zentralen Bereich des Werders errichtete Schützenhaus (Nachfolgebau von 1910-11, im Zweiten Weltkrieg zerstört), welches sich mit Restaurant und Gastgarten zu einem beliebten Ausflugsziel entwickelte; westlich davon 1874-76 Anlage des ältesten Teils des Stadtparks Rotehorn durch den Magdeburger Gartendirektor Paul Niemeyer, ursprünglich mit kleinteiligem Wegenetz und ebensolchen Raumstrukturen, zahlreichen Blütensträuchern und zwei kleineren Teichen (nicht mehr vorhanden); Erweiterung dieser Anlage im landschaftlichen Duktus nordwestlich des Forts XII nach Entwurf Niemeyers von 1880 und Bereich zwischen beiden Anlagenteilen (ehem. Ziegelei-Gelände) 1885-87, dort u.a. Godehardt-Teich mit zwei Inseln; die beschriebenen Anlagenteile sind wichtige Bestandteile des Wirkens von Paul Niemeyer und stehen im Kontext des starken Wachstumsschubs Magdeburgs nach der Reichsgründung 1870/71; ab 1890 großflächige Erweiterung des Stadtparks östlich des heutigen Heinrich-Heine-Weges unter Gartendirektor Johann Gottlieb Schoch nach einem von ihm bearbeitetenGeneralplan (u.a. Bereiche Seilerwiese, Cracauer Amtswerder und Reyherwiese, Einbezug der Tauben Elbe und des Bereiches um die Salzquelle), Charakteristik der Erweiterungsbereiche überwiegend als weiträumige Wiesenlandschaft mit raumstrukturierenden und akzentuierenden Gehölzpflanzungen, darunter Nadelgehölze sowie Besonderheiten hinsichtlich Habitus und Artenwahl, übergreifende Sichtbeziehungen zum Dom oder zum (später verrichteten) Aussichtsturm des Ausstellungsgeländes, ab 1917 im Bereich Reyherwiese Anlage des Neuen Teiches (nach 1945 Artur-Becker-Teich); weitere Ausbaustufe unter Bürgermeister Hermann Reimarius (1910-19) und Gartendirektor Wilhelm Lincke; insbesondere 1906-1908 (1912) Anlage des Fest- und Spielplatzes in formaler Formensprache, hier u. a. Seeterasse am Adolf-Mittag-See mit Pergola sowie Haupt- und zwei seitlichen Nebentreppen, aus der Zeit der Theaterausstellung 1927 im Bereich Festplatzzwei Leuchtpylone, der Ausstellungsturm, ein Fontänenbecken und zwei Blumenschalen erhalten; parallel zum Festplatz 1906-1908 (1912) Ausbau des Adolf-Mittag-See mit der Marieninsel, dort Pavillon (sog. Venustempel) als Point de vue, zwei bauzeitliche Holzbogenbrücken heute durch Nachbauten ersetzt, Namensgebung nach dem Magdeburger Unternehmer und Mitfinanzier Adolf Mittag; der Bereich des Adolf-Mittag-Sees insgesamt ursprünglich mit ausdifferenzierter Komposition aus formalen und landschaftlichenGestaltungen, in baulichen Details deutliche Einflüsse des Jugendstils, bedeutende Anlage im Œvre von Gartendirektor Wilhelm Lincke; 1916 Sternbrückenzug anlässlich der Mitteldeutschen Ausstellung Magdeburgs (MIAMA); ab 1911 bis Anfang 1920er Jahre Ausbau des Heinrich-Heine-Weges; Umbau des Forts XII (vgl. 094 06399) zum Naturtheater;ab 1922 Ausbau des Geländes zwischen Adolf-Mittag-See und Stromelbe als Kultur- und Ausstellungszentrum nach Planungen von Paul Mebes und Bruno Taut; 1927 Erweiterung dieses Ausstellungsgeländes mit Bau von Ehrenhof (vgl. 094 71394), Aussichtsturm (vgl. 09482721), Stadthalle (vgl. 094 06379) und Pferdetor (vgl. 094 82722) anlässlich der Deutschen Theaterausstellung nach Plänen von Prof. Albinmüller (Darmstadt) und Wilhelm Deffke unter Mitarbeit von Johannes Göderitz; die Messehallen der Ausstellung 1945 kriegszerstört; 1968-74 Bau von neuen Messehallen (abgetragen) und Hyparschale (vgl. 094 70916) nach Entwurf von F. Retzloff und statischer Berechnung von U. Müther als Elemente im Kontext des Kulturparkprogramms der DDR („Kulturpark Rotehorn“), in diesem Zusammenhang seit den 1950er Jahren diverse weitere Einbauten (ab 1955 Pioniereisenbahn, 1967 Rückbau; 1972 Freilichtbühne im ehemaligen Umfeld des Schützenhauses (Bauverwalterwiese); 1973 Umgestaltung des südlichen Schützenhausgeländes als Sportgarten) Nutzung, Gestaltung und Bebauung der Rotehorninsel sind von zentraler stadtgeschichtlicher Bedeutung, die gärtnerischen Anlagen geben Zeugnis vom Wirken der drei Magdeburger Gartendirektoren Paul Niemeyer (1827-1901), Johann Gottlieb Schoch (1853-1905) und Wilhelm Lincke (1866-1942), sie gehören zu deren bedeutendsten Werken und spiegeln zugleich die gartenkünstlerische Entwicklung in Deutschland seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhundertsbis zum Kulturparkprogramm in der DDR wider.(29.11.2017)